Jusos in der SPD - Unterbezirk Odenwaldkreis

 

Jusos Odenwald äußern sich positiv zum Verbot der religiösen Beschneidung.

Allgemein

Die Odenwälder Jusos folgen der Argumentation der Kölner Richter und meinen: „Religionsbedingte Beschneidungen bei Jungen müssen in Deutschland strafbar sein!“

Religionen sollten sich wie jede andere Vereinigung und jeder einzelne Mensch an das Grundgesetz halten.
Bei der Beschneidung von Jungen werde aber ganz klar gegen die Freiheit des Kindes und das Recht auf körperliche Unversehrtheit verstoßen, so Christian Senker, einer der drei Vorsitzenden der Jusos im Odenwald.
Roger Nisch, ebenfalls Vorsitzender, ergänzt: „Die Freiheit der Religion ist natürlich zu wahren und muss in einer freiheitlich, demokratischen Gesellschaft gewährleistet werden, jedoch sollte auch diese nur im Rahmen des Grundgesetzes gelten. Es kann nicht sein, dass an alten Traditionen und Ritualen in unserer modernen Gesellschaft festgehalten und dabei gegen geltendes Recht verstoßen wird. Nur weil Eltern einer bestimmten Religion angehören sollten sie noch lange nicht das Recht haben ihren Kindern von vornherein einen gewissen Glauben aufzuoktroyieren“, so der Vorsitzende.
Bei der Beschneidung werde ein Eingriff am Körper des Kindes vorgenommen, welcher für das Kind weder notwendig noch von irgendeiner höheren Bedeutung sei, da sich das Kind noch nicht in der Lage befände, sich frei für eine Religion und die damit verbundenen Rituale zu entscheiden. Die Eltern zwängen ihren Kindern diesen Eingriff also aus religiösen Gründen auf.
Christian Senker ist der Meinung, es sei ähnlich wie auch bei der Taufe im Kindesalter, auch dabei wird das Kind ohne selbst entscheiden zu können an eine Religion gebunden.
Der aber durchaus wichtige Unterschied ist, dass es dabei für die Kinder die Möglichkeit gibt, im späteren Leben aus der Kirche auszutreten ohne davon bleibend gezeichnet zu sein.
Bei der Beschneidung fände aber ein Eingriff am Körper des Kindes statt, welcher nicht mehr rückgängig zu machen sei.
Somit sei es für das Kind im späteren Alter unmöglich das „Symbol“ der Religion wieder abzulegen, wenn es sich letztlich doch gegen die Religion der Eltern entscheiden sollte.
Hinzu kommt laut den Jungsozialisten im Odenwald, dass jeder medizinische Eingriff, möge er noch so klein sein, gewisse Risiken berge.
Weiterhin fragen die Jusos, wo die Grenze für Operationen aus religiösen oder kulturellen Gründen zu setzen und wie sie zu begründen ist.
„Wie ist es z.B. mit der Beschneidung von Mädchen in Teilen Afrikas?
Auch hier wird zum Teil aus religiösen bzw. kulturellen Gründen massiv in das Persönlichkeitsrecht eingegriffen und Körperverletzung begangen“, so Senker.
Sollte dies nun auch in Deutschland zugelassen werden nur aus Gründen der Tradition?
Diese Argumentationslinie will der Unterbezirk der Jusos Odenwald nicht gelten lassen.
„Religion muss sich der modernen Gesellschaft anpassen, nicht die moderne Gesellschaft der verstaubten Religion!“, so Joshua Seger, aus dem Dreiergespann der Vorsitzenden Jusos im Odenwald.
Jedem Menschen solle es selbst überlassen werden ob er sich aus religiösen Gründen für eine solche Maßnahme entscheiden wolle, und zwar im Erwachsenenalter.
„Wir fordern deshalb alle Religionen und ihre Vertreter auf, den Kindern ihre Freiheit und Selbstbestimmung zu überlassen! Es darf nicht länger geduldet werden, dass an veralteten Ritualen festgehalten wird ohne dabei auf die Freiheit und die Rechte der betroffenen Kinder zu achten“, schließt Christian Senker.

(Beschneidungen aus medizinischen Gründen stellen die Jusos natürlich ausdrücklich nicht in Frage.)