Jusos in der SPD - Unterbezirk Odenwaldkreis

 

Jusos: "Jugendpflege sichern!"

Kommunalpolitik

"Die Jugend ist unsere Zukunft", diese Aussage hört man nur all zu oft. Man ist sich einig, es muss mehr in Sachen Bildung, Kinder- und Jugendförderung angeboten werden. Kinder und Familienfreundlichkeit sollen im Vordergrund stehen. Was im Kleinkindalter mit der Betreuung von unter drei Jährigen anfängt, zieht sich durch Kindergarten und Grundschule bis hin zu Nachmittagsbetreuung und Hausaufgabenhilfe. Zwar gibt es auch in diesen Bereichen noch massiven Nachholbedarf, doch gibt es neben Kindergarten und Schule oft gar keine Förderung.

Nicht selten sehen sich Jugendliche mit persönlichen und sozialen Problemen konfrontiert, Probleme die ein junger Mensch nicht immer mit den Eltern und Freunden besprechen kann. Auch Lehrer sind hier keine grundsätzlich geeigneten und qualifizierten Ansprechpartner. Die Förderung hört daher leider oft auf. So ist es schön zu wissen, dass dies in Fränkisch-Crumbach nicht der Fall ist. Hier setzt man bisher auf einen Jugendpfleger, der sich um Jugendliche und Kinder in der Gemeinde kümmert, mit Ihnen Probleme bespricht und hilft persönlichen und sozialen Krisen vorzubeugen oder sie zu Lösen.
Nun ist diese Stelle aber leider in Gefahr! Unser derzeitiger Jugendpfleger Klaus Overkamp, wird spätestens 2014 seinen Ruhestand antreten. Im Zuge des Sparzwanges, den die Kommunalaufsicht den hiesigen Gemeinden auferlegt, gilt die Stelle eines Jugendpflegers/ einer Jugendpflegerin wohl als Luxus den sich nicht jede Gemeinde erlauben darf. An dieser Stelle wollen die Jusos Klaus Overkamp für sein großes Engagement danken und klar machen, dass aus ihrer Sicht eine Nachfolge für die entstehende Lücke dringend geboten ist. Jugendpflege darf kein Luxus werden! Es kann nicht sein das im sozialen Bereich die grundlegenden Stelle dem Zeitgeist "Sparen sei Allheilmittel" zum Opfer fallen und sich nur noch die "betuchtesten" Gemeinden die Förderung ihrer Jugend erlauben können. Sparen alleine ist zu kurz gedacht, denn die Stelle des Jugendpflegers ist eine Investition in die Zukunft, welche die Kosten von Personal, Ferienspielen, Jugendraum und dessen Ausstattung in jedem Fall ausgleicht.
Viele Jugendliche stoßen in ihrem Leben auf Probleme, dabei können einige ohne Unterstützung in soziale Schieflagen geraten. Aber wenn nun Jugendlichen mit ihren Problemen geholfen wird, sie dadurch in der Lage sind einen Schulabschluss, eine gute Ausbildung zu absolvieren und nicht ihr Leben lang auf staatliche Hilfe angewiesen sind, so sind die Investitionen die heute in diesem Bereich getätigt werden morgen schon ein Gewinn.
Aber ein solches Thema darf nicht auf Geld und den finanziellen Vor- oder Nachteil beschränkt werden! Wenn nur EIN junger Mensch vor dem Abdriften bewahrt wird, haben sich die Kosten schon gelohnt. Oder etwa nicht..? Ganz zu schweigen von den vielen sozialen und gemeinschaftlichen Aspekten die eine Jugendpflegestelle mit sich bringen kann. Anwohner beschweren sich über Jugendliche die nichts mit sich anzufangen wissen, über Drogenkonsum, Wandalismus und Schmierereien. Ja, diese Probleme gibt es eben nicht nur in Großstädten sondern auch bei uns. Wer davor die Augen verschließt und diese Probleme ignoriert, verkennt die Gefahr. Ausgrenzung, soziale sowie gesellschaftliche Isolation von jungen Men-schen können die Folge sein und Zukunftschancen verbauen! Ein Jugendpfleger kann solche Probleme konkret angehen und Jugendlichen vor Ort andere Perspektiven geben.
Einen Fehler den man deshalb nicht machen darf, ist die Arbeit eines Jugendpflegers/ einer Jugendpflegerin zu unterschätzen. "Solche Aufgaben könnten doch auch Ehrenamtliche und Vereine übernehmen" hört man in diesem Zusammenhang immer wieder. Dass ehrenamtliche Arbeit grade in unserer heutigen Zeit immer wichtiger wird, steht außer Frage. Wenn jeder Cent zweimal umgedreht wird und Investitionen am besten direkt Profit abschlagen sollen, sind wir auf ein aktives Vereinswesen, auf ehrenamtlich arbeitende Menschen angewiesen. Arbeit mit Jugendgruppen kann die Entwicklung von jungen Menschen nachhaltig prägen und ist daher unverzichtbar. Es kann aber nicht sein, dass nun Aufgaben eines Jugendpflegers/ einer Jugendpflegerin nur von Ehrenamtlichen übernommen werden sollen. Dies ist nicht möglich! Niemand kann einem Ehrenamtlichen die Verantwortung mit beispielsweise suizidgefährdeten Jugendlichen zu arbeiten aufbürden, von der damit verbundenen psychischen Belastung ganz zu schweigen. Hier ist langjährige spezielle Ausbildung und Erfahrung von Nöten.
Es führt also kein Weg an einer professionellen Kraft vorbei, es sei denn, man ist sich der Bedeutung einer solchen Tätigkeit nicht bewusst! Es darf nicht sein, dass wir die Augen vor Problemen verschließen, die schon längst bei uns angekommen sind, nur um kurzfristig Kosten zu sparen.

Auch im Odenwald liegt die Zukunft in unserer Jugend, deshalb fordern wir Jungsozialisten den Fortbestand der professionellen Jugendpflege in Fränkisch-Crumbach, Brensbach, dem Gersprenztal und dem Odenwald!

Jusos Gersprenztal