Jusos in der SPD - Unterbezirk Odenwaldkreis

 

Blog: IJFD Botsuana

Zwischenstop

Ja nu sitz ich hier, so siehts aus, das erste mal auf diesem Kontinent, das erste mal in Südafrika!
Nach einem tränenreichen Abschied (ich habe natürlich nicht geheult ;) ) am Drehkreuz der deutschen Exportwirtschaft, Flughafen Frankfurt am Main, nach einem letzten und teuersten Paulaner Weizen mit Carlu und Janis (Danke nochmal das ihr mitgefahren seid! Und auch danke für das Kissen Elena, ich habs hier im Rucksack neben mir liegen!), nach 11 Stunden Flug sitz ich nun hier in Johannesburg im Flughafen und warte mit den anderen IJFD-Teilnehmern die nach Botsuana wollen auf den Anschlussflug nach Gaborone.
Wartezeit: 6-8 Stunden. Die Fahrtzeit nach Gaborone wäre wahrscheinlich zwei Stunden…
Bepackt mit zwei (!) Reiseführern und zwei (!) Landkarten von Botsuana, denn doppelt gemoppelt hält besser wenn man nach meinem Vadder geht.
Ich habe sowieso zuviel Gepäck dabei, denke mal an Klamotten bin ich völlig überladen, Bücher muss ich mir aber noch nachschicken lassen.
Der Flug war gut, ich hab sogar fünf Stunden schlafen können, lag aber natürlich auch daran, dass ich zwei Sitze gekapert hatte und, sozial wie ich bin, Flo von seinem Platz verscheucht habe.
Auch das erste südafrikanische Bier, das ich auf dem Flug probiert habe hat sicherlich etwas geholfen. Schmeckt ganz gut und heisst Castle.
Anderen geht’s nicht so gut, die haben sehr viel weniger geschlafen, deshalb razzt Lisa auch grad neben mir mit ihrem Furznilpferd. Das kennt ihr bestimmt wenn ihr Navy CIS guckt! So eins hat die Ebby dort auch! :D
Es ist schon richtig heftig, wir sind mal eben über einen ganzen Kontinent geflogen, am Anfang direkt über Lybien wo vor einem Jahr noch eine Nato-Flugverbotszone war. Man hat die Lichter von Tripolis gesehen, war schon komisch, ein Jahr lang liest man über den Bürgerkrieg dort und ein halbes Jahr später fliegt man durch eine ehemalige Flugverbotszone.
Wenn man dann aber am Morgen aus dem kleinen Kabinenfenster schaut und sich unter einem eine Landschaft ausbreitet die aussieht wie im Film, dann hat man alles andere sofort vergessen.
Ich glaub ich hab die letzte Stunde vor der Landung die ganze Zeit die afrikanische Steppe angegafft, wunderschön, eine riesige Landschaft, ab und zu sticht einfach ein Berg oder Hügel heraus, ohne Häuser, ohne Menschen, sowas findet man bei uns einfach nicht.
Spätestens da habe ich realisiert: Hey Josh, du bist jetzt wo anders, wo ganz anders! Und das ist eigentlich richtig cool!
Johannesburg von oben ist auch Sehenswert, man sieht sofort, dass es westlich-europäische geprägt ist, die Häuser ähneln unseren sehr. Ich habe auch das WM-Stadion von 2010 gesehen, wir sind direkt drüber geflogen.
Kaum in Johannesburg gelandet wurde Flo übrigens gleich mal übern Tisch gezogen. Irgendein Mensch, männlich, schnappt sich seinen Koffer, läuft weg damit und will dann zwanzig Kröten dafür, dass er Flo den Koffer „getragen“ hat. Da sich in der Zwischenzeit ein weiterer netter Freund des Kofferträgers hinzugesellt hatte, musste Flo wohl oder übel die zwanzig Euro berappen, jetzt hat er seinen Koffer wieder und ist eben zwanzig Euro ärmer, Welcome to Africa! Wir Anderen waren leider nicht dabei, mit einer Gruppe hätten die das vielleicht nicht abgezogen.
Von den Freiwilligen die in Südafrika arbeiten werden haben wir uns nun schon verabschiedet.
Die werden heute noch in ihr Dorf fahren soweit ich weiß.
Wir Botsuanamenschen werden zunächst fünf Tage in Gaborone verbringen, der Hauptstadt von Botsuana.
Dort werden wir wohl alle zusammen ein weiteres Vorbereitungsseminar absolvieren und auch endlich absprechen können wie wir konkret eingesetzt werden.
Danach verstreuen wir uns ins weite Land.
Sieht wohl auch nicht danach aus, dass Flo und ich andere Freiwillige in unserer Nähe haben, aber ich geh einfach mal davon aus das wir zu Recht kommen.
Auf den Karten die mir mein Vadder mitgegeben hat ist Dukwi sogar verzeichnet, als Highlight ist dort eine Tankstelle angegeben, ihr könnt euch also vorstellen wie es dort ist…
Fast wie im Odenwald!
Es ist jetzt wohl auch ziemlich klar wie wir untergebracht sind, Flo und ich werden eine Wohnung oder Ähnliches bekommen und uns dort einnisten, in Dukwi, nicht im Flüchtlingslager selbst.
Soweit erstmal die neuesten News, ich melde mich wieder wenn ich in Gaborone bin!

(Das Bild ist übrigens von Malte Weber, auch in Botswana stationiert, aber unten bei Gaborone).

Josh, Flughafen Johannesburg, 31.08.2012