Jusos in der SPD - Unterbezirk Odenwaldkreis

 

Bildung

Bildung, die zentrale Ressource unseres Landes, ist nach wie vor das zukunftsweisende Thema unserer Gesellschaft.
Wie auch in der Gesundheitsfrage muss hier dafür gesorgt werden, dass Gerechtigkeit, gleiche Behandlung und Bedingungen für alle herrschen.
Nur aus einer solchen Gleichbehandlung heraus kann sich auch eine Chancengerechtigkeit entwickeln, die genügend Fachkräfte hervorbringt und gleichzeitig jedem jungen Menschen in unserem Land Aufstiegsmöglichkeiten verschafft.
Wir Jungsozialisten setzen uns deshalb für eine Universalschule mit fortgeschrittener Inklusion ein, in der niemand, kein Kind und kein Jugendlicher, mehr zurückgelassen wird und jeder seine individuellen Stärken entwickeln und entfalten kann.
Die miserablen Ergebnisse von PISA, TIMMS, IGLU und anderen Studien haben gezeigt, dass hochintegrative Schulsysteme in Ganztagsform besser sind als dreigliedrige Schulsysteme, die zehnjährige Kinder ausselektieren und in klassengesellschaftliche Herrschaftsstrukturen pressen.
Eine erweiterte Realschule oder eine Mittelstufenschule verlagert die Probleme des Leistungsdrucks und der Aussondierung nur um einige Jahre und führt letztendlich zu keiner gravierenden Änderung in unserem Schulsystem, deshalb ist hier die Universalschule der richtige Weg zu Bildungs- und Lernerfolg.

Gewährleistet werden muss deshalb, dass soziale Herkunft keine Rolle mehr bei der Besetzung von Schulplätzen spielt und somit mehr junge Menschen eine Chance auf einen höheren Bildungsabschluss bekommen.
Deshalb ist es auch wichtig, schon im Kindergartenalter die Kreativität und Neugier der Kinder zu fördern, um ihnen allen die gleichen Startbedingungen und Voraussetzungen für das Schulleben mit auf den Weg zu geben.
Doch nicht nur eine Änderung der Schulform muss vorangetrieben werden, auch Lehrpläne sind überladen, teilweise veraltet und nicht mehr zeitgemäß.
Das Unterrichtsfach Religion ist, aus unserer Sicht, als solches nicht mehr als Pflichtfach haltbar, kann es doch längst durch ein neutrales Unterrichtsfach Ethik abgelöst werden welches alle Religionen gleich behandelt und den Schülern Gesellschafts- und Verhaltenstheorien näher bringt.
Auch eine "aktuelle Stunde" sollte wöchentlich in den Schulalltag integriert werden, um die Schüler für politisches und internationales Geschehen zu sensibilisieren.

Um Demokratie in der Schule praktisch erleben zu können und die Identifikation mit dieser zu stärken, brauchen Schülervertretungen zudem mehr Rechte.
Entscheidungskompetenzen müssen von der Gesamtkonferenz und den Schulleitungen auf die Schulkonferenz übertragen werden. Die ist paritätisch zu besetzen, d.h. dass dem Gremium ebenso viele Schüler wie Eltern und Lehrer angehören und Entscheidungen endlich demokratisch und fair getroffen werden müssen. Darüber hinaus fordern wir ein Anhörungsrecht der SV in allen Sachfragen und in wesentlichen Personalentscheidungen.

Schule muss in erster Linie Selbstbewusstsein, Individualität und Solidarität fördern, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Kritikfähigkeit und Engagement vermitteln. Unsere Vision von Schule orientiert sich an den Kategorien Selbstbestimmung und Demokratie. Dies bedeutet in Abgrenzung zum vorherrschenden, fremdbestimmten Leistungsprinzip eine Vorstellung davon, wie sich Menschen gerade in ihrer Verschiedenheit individuell entfalten können, aber eben ohne Angst und nicht egoistisch gegen andere gerichtet, sondern in solidarisch-kooperativer Tätigkeit.

Ebenso ist das Thema Ausbildung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Bildungspolitik.
Viel zu wenige deutsche Unternehmen bilden überhaupt aus.
1,5 Millionen junge Menschen zwischen 20-29 Jahren haben keine vollständige Berufsausbildung.
Potential ist vorhanden, doch Unternehmen die nur fordern, aber weder fördern noch ausbilden, sind ein nicht hinnehmbarer Zustand.
Wir verschließen uns den Fachkräften aus dem Ausland nicht, diese aber auf Kosten der Jugend zu rekrutieren und dieser somit jegliche Zukunftsperspektiven zu nehmen ist der falsche Weg!
Deshalb fordern wir, die Unternehmen endlich in die Pflicht zu nehmen, um Ausbildung für alle jungen Menschen zu garantieren!

Bildung sowie Ausbildung sind Zukunft, ohne Entwicklung in diesen entscheidenden Fragen der deutschen Politik- und Gesellschaftsentwicklung wird Deutschland über kurz oder lang stagnieren. Deshalb fordern wir Jungsozialisten endlich aufzuhören den Ausgleich des defizitären Staatshaushalts auf dem Rücken der Jugend und deren Ausbildung auszutragen und ihr somit jedwede Zukunftschance zu verbauen.