Jusos in der SPD - Unterbezirk Odenwaldkreis

 

Solidaritätserklärung mit den Streikenden – Politik muss handeln!

Jusos

Die Jusos Hessen-Süd stellen sich solidarisch an die Seite der streikenden Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen und suchen den Schulterschluss zu ver.di, Dbb und GEW.

Da die Arbeitgeber*innen des Öffentlichen Dienstes nach wie vor kein verhandelbares Angebot vorgelegt haben, begrüßen die Jusos das eindeutige Votum der gewerkschaftlich organisierten Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen in den unbefristeten Streik zu treten ausdrücklich. 

Aus Sicht der Jusos ist es ein mutiger und folgerichtiger Schritt in den unbefristeten Streik zutreten, denn die Streikenden in den Sozialen Diensten sind mehr als alle anderen auf das Verständnis und die Unterstützung der Betroffenen angewiesen. Nicht zuletzt sind nun die Eltern gefragt, sie müssen den steigenden Druck an die Verantwortlichen in Städten und Gemeinden tragen. Aber auch wir fordern die Verantwortlichen auf, endlich für eine angemessene Entlohnung zu sorgen – Jedoch dürfen die Kosten nicht auf die Eltern abgewälzt werden!

Wer nun an das Verantwortungsgefühl der Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen zu appellieren versucht und der Meinung ist, es sei nicht fair Kinder und Eltern einem solchen Druck auszusetzten, trifft bei uns auf Unverständnis und Ablehnung.

Fakt ist, dass die sozialen Dienste die Grundlage unseres Sozialsystems bilden. Obwohl Kinder, Jugendliche und Erwachsene täglich auf die Arbeit von Erzieher*innen- und Pflegeberufen sowie Sozialer Arbeit angewiesen sind, wird die Arbeit am Menschen nicht dementsprechend gewürdigt. Trotz dualer Ausbildung, die bis zu 5 Jahren andauern kann, oder Studium sind die Einkommen gering und die Arbeitsbedingungen oft schlecht. Für junge Menschen die vor der Berufswahl stehen gibt es keine Anreize sich für einen sozialen Dienst zu entscheiden, außer der inneren Überzeugung. Dazu kommt, dass meist Frauen diese gesellschaftlich wichtige Aufgaben übernehmen und es zu einer Verschärfung des Lohnunterschiedes zwischen den Geschlechtern kommt.

Von Seiten der Politik wird häufig argumentiert, die Forderungen seien zwar nachvollziehbar, doch wegen knapper Haushaltslage gäbe es keine Mittel für Lohnerhöhungen und anderen Zugeständnissen.

Auch deshalb geht dieser Streik uns alle etwas an. Es ist eine Schande, dass ein so wohlhabendes Land Menschen, die im Dienst für unser Gemeinwesen stehen nicht angemessen entlohnt. Politik und Gesellschaft sind nun gefragt sich für die dringend notwendige Umverteilung einzusetzen und den sozialen Diensten den angemessenen Respekt entgegenzubringen. Dieser darf sich nicht nur in warmen Worten ausdrücken, höhere, nämlich angemessene Eingruppierungen in den Besoldungsstufen sind dringend notwendig.

Neben dem Erhalt der professionellen Bildungsarbeit, die von Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen geleistet wird, geht es um nichts Geringeres als unser Verständnis von sozialer Gerechtigkeit. Dafür kämpfen unsere Kolleginnen und Kollegen in den Sozialen Diensten jeden Tag. 

Daher setzten wir uns als Jusos Hessen-Süd an der Seite der Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen für die gesellschaftliche Anerkennung deren Arbeit, bessere Arbeitsverhältnisse und höhere Löhne ein. Um das Dilemma der klammen Haushalte der Kommunen zu lösen, sehen wir den Bund in der Pflicht, die nötigen finanziellen Mittel für die Kommunen bereitzustellen. Auch die Länder müssen garantieren, dass diese Gelder an den richtigen Stellen ankommen und nicht für andere Zwecke genutzt werden.