Jusos in der SPD - Unterbezirk Odenwaldkreis

 

Kinderförderungsgesetz – Sparen auf Kosten der Kleinsten!

Landespolitik

„Mit schönen Namen, fällt der Unsinn keinem auf“, scheint sich die Schwarz-Gelbe Landesregierung gedacht zu haben, als sie das „Kinderförderungsgesetz“ in den Landtag einbrachte.
Natürlich, ein Kinderförderungsgesetz klingt im ersten Moment durchaus positiv, denn die Bildung unserer Kinder ist der Grundstein für die Zukunft in unserem Land.
Entsprechend preist Schwarz-Gelb nun die Förderung in Kindergärten an, gleichzeitig soll aber an vielen entscheidenden Punkten gekürzt werden.

Bis zum 21.03.13 soll das neue Kinderförderungsgesetz verabschiedet werden, doch ErzieherInnen, Gewerkschaften, Kirchen und Wohlfahrtsverbände laufen Sturm gegen diesen Gesetztenentwurf und auch wir Jusos können die versprochene Kinderförderung nicht im Mindesten erkennen.
Laut neuem Gesetz dürfen Kindergartengruppen nun größer werden, bis zu 25 Plätze bei 3-6 jährigen und bis zu 16 bei unter 3 jährigen! Eine individuelle Betreuung wird dadurch zunehmend erschwert. Gerade diese ist in solch jungem Alter aber essentiell.
Weiter sollen künftig bis zu 20% pädagogisch nicht qualifizierte Kräfte angestellt werden können, dass dies nicht nur den Beruf der ErzieherInnen entwertet, sondern auch zu Abnahme von Betreuungsqualität in den Kindergärten führt, wird von Schwarz-Gelb selbstredend verschwiegen.
Wie auch beim Thema Jugendpflege sind wir Jusos der Ansicht, dass gerade in Bereichen Erziehung und Bildung qualifizierte Arbeitskräfte die Grundlage für eine gute und nachhaltige Entwicklung sind.
Auch verweigert sich Schwarz-Gelb offenbar weiterhin strikt der Inklusion.
Die Betreuung von Kindern mit Behinderung wird, durch nicht eingeplante besondere Rahmenbedingungen, beeinträchtigt. Kleinere statt immer größere Gruppen, wären bei Aufnahme von Kindern mit Behinderung jedoch der richtige Weg.
So wie Schwarz-Gelb das Gesetz nun verabschieden will, fördert es also nicht Kinder, sondern allerhöchstens Ausgrenzung.
Immer öfter wird, verständlicherweise, gefordert, Kindergärten sollten flexible Öffnungszeiten anbieten um berufstätigen Eltern entgegen zu kommen.
Das neue Gesetz aber schafft finanzielle Anreize die Öffnungszeiten zu reduzieren.
Zudem soll die Anzahl der „ErzieherInnen – Stunden“ flexibel gestaltet werden.
Hier sehen wir aber, gerade in unserem ländlichen Raum, wo die Kinderzahlen von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein können, die Gefahr der Zunahme von befristeten Arbeitsverträgen. Verstärkte Unsicherheit bei den Angestellten wäre die Folge.
Das nicht einmal Zeiten für Vor- und Nachbereitung der Betreuungsangebote eingeplant wurden, verdeutlicht noch einmal, wie halbherzig die CDU/FDP-Koalition an diese Sache herangegangen ist und welche Lücken das KiföG aufwirft.
Letztendlich werden darunter hauptsächlich die Kinder leiden, da die Betreuer nur noch wenig Zeit für eine anständige Tagesplanung haben.
Somit bleibt uns als Jusos leider nur zu bekunden: Schwarz-Gelb hat sozialpolitisch auf ganzer Linie versagt. Rückwärtsgewandte und wirtschaftsfreundliche Sozialpolitik werden den Bedürfnissen der (jungen) Menschen in diesem Land nicht gerecht!

Als Jungsozialisten fordern wir deshalb eine grundlegende Überarbeitung des Kinderförderungsgesetzes mit einer entsprechenden Einbindung von Fachpersonal, Eltern und Gewerkschaften um eine wirkliche Kinder – FÖRDERUNG zu realisieren.